Ernährung im Ayurveda-keine Ersatzreligion

Im Ayurveda gibt es keine allgemein gute und schlechte Ernährung – diese Pauschalbeurteilung wird durch eine individuelle Bewertung im Sinne von zuträglich und abträglich ersetzt. Was dem Einen dient, kann dem Anderen schaden. Die Einschätzung des persönlichen Ernährungsverhaltens und die Analyse einzelner Lebensmittel it immer eine Frage des Blickwinkels.

Diese Sichtweise können Orthoretiker keineswegs teilen. Sie denken in radikalen Gegensätzen, verlieren ihre Toleranz und entwickeln Feindbilder gegen Lebensmittel, Anbauweisen, Hersteller, Verkäufer und sogar gegen Konsumenten von selbst definierter ” Teufelsnahrung”

Mit fortschreitendem Verlauf wird es für Betroffene immer aufwendiger, ihre Essenspläne einzuhalten und die persönlich geeigneten Lebensmittel auszuwählen. Häufig gesellen sich zweifelhaft Unverträglichkeits-Diagnosen hinzu, die als Begründung für immer radikalere Theorien und Verhaltensweisen herangezogen werden.

Die Betroffenen meiden Einladungen oder Veranstaltungen ohne entsprechende Verpflegungsoption. Freunde wenden sich ab und wollen sich ihr Essen nicht länger verderben lassen. Dieser Teufelskreis kann in die soziale Isolation führen. Der erhebliche  Zeitaufwand, der zur Zufriedenheit mit dem eigenen Essverhalten führt, geht zu Lasten anderer Interessen und auch der Einsatz im Beruf verringert sich oft.

Und auch der Ayurveda selbst lädt teilweise zu orthorektischen Orientierungen ein. Seine konsequente Haltung zu gesundheitlich zuträglichem Ernährungsverhalten basiert auf acht Faktoren:

Lebensmitteleigenschaften ( Prakriti), Verarbeitung und Zubereitung, Kombinationen, Mengenverteilung, Herkunft der Lebensmittel, Zeitfaktoren, diätische Basisregeln und individuelle Verträglichkeit.

Je besser die Umsetzung dieser acht Faktoren in den Alltag gelingt, desto gesünder fühlt sich der Mensch. Allen Regeln täglich gerecht zu werden, ist allerdings eine große Herausforderung und für viele Anwender mit Stress verbunden. Wer aber einmal die Wirkung dieser Naturgesetze am eigenen Leib erfahren hat, möchte dieses gute Gefühl nicht mehr missen.

Sind deshalb alle überzeugten ” Ayurvediker” gleich orthorektisch? Nein, keineswegs! Erst wenn Ausnahmen, z.B. auf Reisen oder bei Einladungen, nicht toleriert werden, wenn die Analyse und Kontrolle der Bestandteile auf dem Teller die Kommunikation mit Freunden ersetzt, wenn Genuss außerhalb des  ” Regelwerks” unmöglich wird, oder wenn Schuldgefühle nach dem Konsum  “ungesunder” Nahrung auftreten , sollten Betroffene ihr Verhalten hinterfragen und Hilfe suchen.

Gesundheit ist aus ayurvedischer Sicht nicht das Ergebnis alleiniger Aufnahme zuträglicher Nahrung , sondern der Einklang von körperlicher Stabilität, geistiger Klarheit und spiritueller Entwicklung.

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